Containern in Olching

Kommentar von Matthias Hertel zum Artikel der TZ:

Artikel: https://www.tz.de/muenchen/region/muenchen-weil-sie-essen-vorm-wegwerfen-retten-muessen-zwei-frauen-vor-gericht-10833260.html

Die Lebensmittelverschwendung und der Diebstahl sollten getrennt betrachtet werden. In ein Privatgelände einzudringen und mit einem Werkzeug eine Diebstahlsicherung zu überwinden ist ein sehr gezieltes Vorgehen – und eben strafbar. In erster Linie sollte sich das Gericht mit dem Diebstahl befassen und in erst in zweiter Betrachtung mit der vermeintlich guten Tat.

Zwei Ratschläge würde ich den Studentinnen gerne geben: Politisch aktiv werden kann man am besten in Parteien. Das ist in aller Regel sogar vom Grundgesetz gedeckt. Damit lassen sich weitere Strafbefehle evtl. vermeiden.

Auch würde ich beim Retten der Lebensmittel nicht so lange warten bis sie entsorgt werden. Einfach den Griff hinten ins Regal vermeiden und die ältere Ware vorne mitnehmen und auch mal die Banane mit einer braunen Stelle kaufen. Das hat den Vorteil, dass der Umsatz auch nicht aus der Tonne an Mitarbeitern und Betreibern der Märkte, aber auch den Erzeugern und der Gemeinschaft vorbeigetragen wird.

Eine zweite wichtige Maßnahme das Überangebot an Lebensmitteln einzudämmen, ist EU-Agrarsubventionen drastisch zurückzufahren. Dann muss in Europa nicht nur weniger entsorgt werden, es erlaubt auch afrikanischer Wirtschaft sich konkurrenzfähig zu entwickeln.

 

Matthias Hertel, der 11.12.2018


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