Supervectoring: Keine Lösung und bekannte Probleme

Christian Tietgen

Christian Tietgen

In einigen Teilen des Landkreises Fürstenfeldbruck ist endlich das sogenannte „Supervectoring“ verfügbar. Es löst das technisch überholte Vectoring jedoch nicht ab, sondern verschlimmert nur die Gesamtsituation.

 

Der Umweltfaktor

Während die SPD den Internetausbau mit Glasfaserkabel verhindert, sind die veralteten Kupferkabel schon längst an der Leistungsgrenze bzgl. der Übertragung von Daten angekommen. Das Update von Kupferkabel kann eben nicht Kupferkabel sein.

Das normale Vectoring erforderte am Verteilerkasten an der Straße neue Hardware. Ebenso brauchte der Endkunde neue Hardware, um Vectoring nutzen zu können. Dieses Spiel wiederholt sich beim Supervectoring. Erneut braucht der Kasten an der Straße neue Hardware. Und auch der Kunde braucht schon wieder einen neuen Router.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei jeder Ausbaustufe beidseitig Hardware getauscht werden muss. Allein in Olching bedeutet dies rund 10.000 neue Router für Heimanwender – alle drei Jahre! Der Elektroschrott, welcher hier produziert wird, ist damit grenzenlos.

 

Supervectoring übernimmt alte und bekannte Probleme

Supervectoring verspricht bis zu 250Mbit/s. Man sollte meinen, dass damit das Internetthema vom Tisch sei. Dem ist aber leider nicht so.

Es fängt schon beim Datenblatt an. Hier weisen die Telekommunikationsunternehmen darauf hin, dass die „250“ nicht die Übertragungsgeschwindigkeit darstellen. Es handelt sich lediglich um einen Produktnamen. In Wirklichkeit sind Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s möglich – nicht garantiert.

Supervectoring ist ebenfalls sehr anfällig für Störungen. Der Grund: Technisch gesehen unterscheidet sich Vectoring vom Supervectoring nur unwesentlich. Die Folge: Gewöhnlich werden weder die Geschwindigkeiten erreicht, noch besitzt man eine stabile gleichbleibende Internetverbindung.

 

Der Preis ist heiß

Die neue Technik muss der Endkunde bezahlen. Deshalb wird der Anschluss natürlich auch teurer, wenn man auf Supervectoring umstellt. Der Kunde bekommt jedoch sachlich gesehen kaum eine bessere Leistung. Nicht umsonst steht in den Verträgen drinnen, dass es sich stets nur um „bis zu“ Aussagen handelt. „Bis zu 250 Mbit/s“ ist auch dann noch richtig, wenn es in Wirklichkeit nur 50Mbit/s sind – oder weniger.

Aus der Rechtsprechung wissen wir, dass der Anbieter mindestens 50% der Leistung erbringen muss, um seinen Vertrag zu erfüllen – natürlich mit möglichen Ausnahmen. Der Kunde muss jedoch 100% bezahlen, wenn er die halbe Dienstleistung in Anspruch nehmen will.

 

Fazit:

Die Freien Demokraten waren – und sind – die einzigen, welche sich ausdrücklich für den Internetausbau mittels Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH = Fiber to the home) aussprechen. Denn dies hat folgende Vorteile:

  • Es muss nur einmal ausgebaut werden
  • Glasfaser vermeidet Elektroschrott – und somit die damit verbundenen Emissionen in der Herstellung desselben
  • Glasfaser ist technisch fit für die nächsten 50 Jahre (mindestens!)
  • Der Kunde bekommt 100% Leistung für 100% seines Geldes

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