Was passiert mit dem Diesel, der übrigbleibt?

Während Martin Schulz (SPD) eine Quote für Elektroautos fordert, was unser Bundestagskandidat Andreas Schwarzer sachlich kritisiert, ist eine ganz wichtige Frage bisher ausgeklammert worden: Was machen wir eigentlich mit dem Diesel, der künftig nicht mehr von Autos verbraucht wird?

Fakt ist: Bei der Herstellung von Kunststoffen fallen im Produktionsprozess auch Diesel, Benzin, Gas und Heizöl an.

Bei der Destillation von Rohöl wird Naphta (Rohbenzin) gewonnen. Das ist der wichtigste Rohstoff zur Kunststoffherstellung. Wer also Kunststoffe produziert, der produziert auch Nebenprodukte. Darunter eben auch der Dieselkraftstoff.

Erst wenn wir keine Kunststoffprodukte mehr herstellen, stellen wir auch keinen Diesel mehr her. Aber in jedem Haushalt kommen heute große Mengen von Kunststoffen vor. Beispielsweise als Bestandteile vom PC, vom TV oder als Verpackung von Flüssigstoffen wie Duschgel und Getränken.

Kunststoffe nicht mehr herstellen kommt nicht in Frage. Trotzdem kann man hier mit dem Faktor Umweltschutz argumentieren. Richtig ist dann aber auch, dass wir technisch in der Lage sind, aus Kunststoffprodukten Heizöl und Diesel herzustellen. Die Firma http://www.diesoil.eu macht genau dies: Dieseltreibstoff aus Plastikabfall.

Die Frage nach dem Verbleib des Dieselkraftstoffs ist nicht geklärt. Und wer den Diesel verbieten will, der wird diese Frage zwingend beantworten müssen.

Klar ist aber auch, dass die jetzige Situation unbefriedigend ist. Natürlich brauchen wir in den Städten und an Orten mit hohem Verkehrsaufkommen saubere Luft. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Abgastechnologie besser werden muss. Und die Abgaswerte müssen genauer überprüft werden.

Wir brauchen kein weiteres #Dieselgate. Aber ein Verbot von Diesel ist auch nicht zielführend, solange der Verbleib des Diesels nicht geklärt ist.

In Zusammenarbeit von Christian Tietgen (FDP Olching) und Knut Tödter (FDP Winsen / Luhe)


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